Sonntag, November 06, 2016

Kapitel #60

Nach einer viertel Stunde war Chris immer noch nicht zurück, also entschied ich mich doch zu ihm zu gehen und nur zu fragen, was los war. Ich wollte gerade meine Tür öffnen, als ich ihn schreien hörte: "Du hast mich schon all zu lange hier aufgehalten, dass ich zu Christina gehe! Versteh doch einfach, dass es aus ist und dass ich sie liebe!" Bei dem Satz blieb mein Herz für einen Moment stehen. Noch nie hatte Jemand so etwas hinter meinem Rücken zu meiner Verteidigung gesagt. Er sagte gerade wirklich, dass er mich liebt. Hab ich mir das nur eingebildet? Ich öffnete die Tür, um ihn trotzdem mal zu fragen, ob alles in Ordnung sei. "Chris? Ist alles okey? Du wurdest gerade ein wenig laut." Er nickte nur und ohne sich zu verabschieden, legte er einfach auf und kam lächelnd auf mich zu. "Ich habe Janna gerade gesagt, dass sie uns beide in Ruhe lassen soll, weil es aus ist. Komm, setz dich wieder auf dein Bett. Wie ich sehe bist du mit dem Essen fertig?" Er lächelte mich sanft an und es wirkte tatsächlich so, als wäre nichts gewesen am Telefon, aber ich weiß genau, dass ihn das ebenfalls mitnimmt, schließlich waren sie 8 Jahre zusammen und 5 Jahre davon verheiratet. Kein Mensch kann so gelassen auf eine Trennung reagieren.
Ich setzte mich mit Chris zusammen auf's Bett und starrte einfach nur die Wand an. Dieses Weiß kotzt mich an. Es macht so müde und einfach schlechte Laune. Ich lehne mit meinem Kopf an der Schulter dieses wundervollen Mannes und schließe die Augen. Das erste, das ich jedoch sehe, sind meine Eltern im Auto und kurze Zeit später auch noch Blut, bis ich meine Augen aufreiße. "Hey, Chrissi. Alles gut. Soll ich eine Schwester holen?" Ich schüttelte nur den Kopf, denn wenn sie das hören würden, würden sie mich dazu zwingen einen Psychiater dazu zu holen. Ich versuchte zu lächeln und ihm klar zu machen, dass alles in Ordnung sei und ich nur ein wenig Kopfschmerzen hätte. Er reicht mir mein Glas Wasser und eine Schmerztablette, die für mich auf mein Nachtkästchen gelegt wurde. Ganz gelogen war es nicht, ich hatte wirklich ein wenig Kopfschmerzen, aber dagegen bräuchte man keine Tabletten. Durch mein Zimmer wurde ich wirklich immer müder, weshalb ich mich hinlegte. Ein kleines Nickerchen kann ja nicht schaden. Schließlich habe ich nicht sonderlich... "Christina? Ich müsste dich mal mitnehmen zu einer Untersuchung. Willst du in einem Rollstuhl oder zu Fuß hin?" "Ich laufe gerne", sagte ich motiviert. Also stand ich auf und wurde von einer Person in weißer- aber nicht Schwesternkleidung zu meiner Untersuchung gebracht. "Wo genau geht es hin?" "Zu einem CT, also einer Computer-Topographie. Man sieht sich dein Gehirn an, damit man sieht, ob da alles in Ordnung ist." Ich nickte nur und schon waren wir da und er ließ mich im Wartezimmer warten. Ich wartete glücklicherweise nicht lange und wurde von einer Ärztin ins Zimmer gerufen. "Also Frau Kohl. Legen Sie sich bitte auf diesen sogenannten Tisch. Dieser fährt in die Röhre und dann kann es da drinnen sehr laut, weswegen Sie von mir noch Ohrstöpsel bekommen. Sie werden natürlich alle Geräusche mitbekommen, aber der Schreck sollte nicht mehr so groß sein." Sie lächelte mich freundlich an und reichte mir die kleinen grauen Stöpsel. Ich legte mich auf den Tisch, schloss die Augen ließ mich hineinfahren. "Ach ja, bitte bewegen Sie sich nicht, sonst funktioniert die Aufnahme nicht richtig."
Überall um mich herum hörte ich Gezische und Klingeln und Piepsen und jede mögliche Art von Geräuschen. Ich wusste nicht, wie lang die Untersuchung wirklich dauerte, aber nach gefülten 5 Minuten war ich wieder draußen. "Geht es Ihnen gut? Wurde es viel zu laut da drinnen?" Ich schüttelte nur den Kopf und sah auf die Uhr. Es war tatsächlich eine viertel Stunde, die vergangen war. Sie sagte mir noch, dass die Befunde später auf meine Station geschickt werden würden und dass ich auf meinen Abholdienst warten solle, was ich dann auch tat. Nach nicht einmal 3 Minuten wurde ich abgeholt und zurück auf die Station in mein Zimmer gebracht, wo Christopher schon auf mich wartete. "Du bist ja immer noch hier." "Natrürlich. Ich sagte doch, dass ich bei dir bleibe, solange du das willst und solange du Besuch empfangen darfst." Ich ging auf ihn zu, küsste ihn und legte mich leicht erschöpft ins Bett, um diesmal wirklich ein Nickerchen zu machen.

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