Dienstag, Juni 30, 2015

Kapitel #36

Keine 5 Minuten später war ich endlich Zuhause. Ich sperrte die Haustür auf und hörte den Fernseher im Wohnzimmer. Ich begab mich ins Wohnzimmer und sah meine Eltern und meinen Freund auf der großen Couch sitzen. "Hallo, Familie." "Na endlich! Wir haben uns schreckliche Sorgen gemacht. Tut uns leid, dass wir dir keinen Zettel oder so da gelassen haben, aber es sollte ja eine..." "Ja, ich weiß, eine Überraschung. Was ist es denn?" Ich schaute zwischen den drei Leuten hin und her und alle grinsten mich an. Dann kam Tobi auf mich zu, der etwas hinter seinem Rücken versteckte. Er hielt mir seine Wange hin, woraufhin ich ihm einen Kuss gab und schon zeigte er mir eine rote Rose. Ich nahm sie an und dann zeigte er mir seine zweite Hand und da war eine kleine Schachtel. Ich nahm die pinke Schachtel an und setzte mich auf das Sofa. Ich öffnete vorsichtig die Schleife und daraufhin die Schachtel und mir kam ein kleiner Umschlag entgegen. Ich legte die Schachtel neben mich und machte den Umschlag auf. Ich sah nur etwas blaues am oberen Rand einer Karte. Ich nahm sie ganz raus und was drauf stand, war einfach so toll: 'Eine Ballon-Fahrt zu zweit.' Ich konnte es nicht fassen, dass Tobias mir so etwas tolles schenkte. "Ist das dein ernst, Schatz?", fragte ich ihn ungläubig und sah in seinem Gesicht die Freude, dass ich mich über das Geschenk freute. "Ja, wir fliegen mit einem Ballon. In den nächsten Ferien gleich, wenn du willst." Ich nickte wild mit dem Kopf und fiel meinem Freund um den Hals. Ich küsste ihn tausend mal auf die Wange, bis er mich leicht von sich stieß. "Ok Ok, freut mich, dass es dir gefällt." "Ist das ein Witz?! Ich platze gleich vor Begeisterung! Aber weswegen musstet ihr dann so früh weg?" "Weil wir nicht wussten, ob du am Nachmittag Zuhause sein wirst. Ich wollte es unbedingt heute noch besorgen. Tut mir noch mal leid", sagte Tobias mit einem süßen Hundeblick, wegen dem ich hätte dahin schmelzen können.
"Ich störe nur ungern, aber wo warst du? Und hast du überhaupt gegessen?", fragte meine Mama neugierig. Ich wusste, dass sie mich deswegen ausfragen würde, nur wusste ich nicht, ob ich ihnen erzählen sollte wo ich war. 'Ich kann ihnen doch nicht sagen, dass ich bei einem Lehrer von meiner Schule war und ich dort gegessen habe. Was werden sie von mir denken? Und vor allem Tobias?' Ich entschied mich gegen die Wahrheit und antwortete: "Ich war nur bei Sophia. Wir haben ein wenig für die nächste Klausur gelernt und ich hab dort auch was zum Essen bekommen." Meine Mama schaute mich ungläubig an. Wahrscheinlich ahnte sie schon, dass ich sie anlog, aber es ging nicht anders. War für alle Beteiligten das beste, insbesondere für die Beziehung von Tobi und mir. Ich nahm Tobias einfach an die Hand und lief mit ihm in Richtung Treppen. "Wir gehen dann mal hoch." Ich zog ihn mit mir hoch in mein Zimmer und machte die Tür zu. "Du warst nicht bei Franziska!" Nach dem Satz erschrak ich leicht. Ich versuchte so glaubwürdig wie nur möglich zu klingen: "Doch war ich. Wo sollte ich sonst gewesen sein?" "Weiß ich nicht, aber jedenfalls nicht bei ihr, weil ich sie angerufen habe, um nach dir zu fragen. Sie wusste genauso viel wie ich, wo du warst." Ich biss mir leicht auf die Unterlippe; ich war wieder einmal nervös. Ich wusste, dass ich nicht lange stand halten konnte, also platzte es aus mir heraus. "Ich war bei einem Lehrer. Zuhause." Tobias schaute mich einfach nur an und sagte nichts. Ich hasste es, wenn er das tat. "Tobi?" Er bewegte sich nicht und sagte immer noch nichts. "Ich wurde von seiner Frau eingeladen, dass ich dort esse, weil sie mich kennt. Hörst du?" Jetzt nickte Tobias, trat ein Stück zurück und setzte sich auf meine Bettkante. "Warum hast du das nicht sofort gesagt?" "Weil ich mir schon fast gedacht habe, was ihr sagen werdet. Beziehungsweise, was ihr nicht sagen werdet", gab ich leicht beschämt zu. "Außerdem klingt das auch echt komisch, wenn man sagt, dass man bei einem Lehrer Zuhause war, vor allem, wenn man diesen Lehrer nirgends selbst hat." Tobias schaute mich einfach weiterhin an und wir sagten beide kein Wort mehr. Ich wusste nicht, ob ich mich neben ihn setzen sollte oder nicht. Aber eigentlich hatte ich nichts falsch gemacht, also setzte ich mich zu ihm, aber er rutschte ein wenig weg von mir. Das tat weh!

Sonntag, Juni 28, 2015

Kapitel #35

Die Autofahrt kam mir wie eine Ewigkeit vor. Wenigstens war das Radio an, sonst wäre die Stille erdrückend. Ich schaute aus dem Fenster und sah, dass wir an der Haltestelle vom Tag zuvor vorbei fuhren. Christophers Frau räusperte sich und er sah sie kurz an, bevor er sich wieder auf die Straße konzentrierte. "Ist was, Schatz?" Sie seufzte und sagte dann: "Nein, eigentlich nicht. Also denke ich." Ich sah wie Herr Hint eine Augenbraue hochzog und seine Frau wieder für einen Moment ansah. Er lenkte das Auto nach links in eine Seitenstraße mit großen Häusern. Nach vielleicht 100m stoppte er den Wagen und parkte rückwärts in eine Einfahrt ein. Es war ein weißes Haus, etwas kleiner als die anderen, aber trotzdem noch groß. Größer als unser Haus, das gerade mal 500m von dort entfernt gewesen sein musste, weil wir nicht weit von der Haltestelle abgebogen sind. Beide stiegen aus dem Auto und ich tat es ihnen gleich. "Ist das euer Haus?", fragte ich und schon schaute mich die Frau wieder komisch an. "Ja, Christina. Übrigens heiße ich Janna." Ich nickte und hielt ihr meine Hand hin, um ihr meinen Respekt zu zeigen, den ich vor ihr hatte. Vielleicht war es aber auch Angst, die ich in ihrer Gegenwart verspürte. Christopher öffnete die Haustür und wir traten alle ein. Mir blieb die Luft weg. Alles sah unglaublich edel aus: Marmorböden, weiße Möbel mit goldenen Details, kleine Statuen in hohen Regalen, eine elegant aussehende Treppe... "Christina? Ist alles okey?" Ich nickte und lief vorsichtig den Flur entlang. "Dieses Haus ist wunderschön! Seit wann wohnt ihr hier?", fragte ich neugierig. "Seit etwa 5 Monaten. Komm, ich zeige dir das Wohnzimmer." Ich sah zu Janna und lief ihr hinterher. Plötzlich vibrierte mein Handy in meiner Hosentasche. "Hallo?" "Chrissi? Wo bist du, Schatz? Ich mache mir total die Sorgen, weil Tobi auch nicht weiß, wo du bist. Es war meine Mama, aber ich hatte keine Lust mit ihr zu reden. "Tja, mir egal. Bis später." Ich legte einfach auf und schaltete anschließend mein Handy auf stumm. "Tut mit leid, war nur meine Mum." Frau Hint lächelte und deutete auf eine große Tür vor uns. "Das ist das Wohnzimmer." "Diese Tür ist ja riesig! Ist hier alles so groß?" Janna lachte und schüttelte den Kopf, während sie die Tür öffnete. Ich schaute in einen großen, hellen und edlen Raum. Wie immer alles in weiß und gold, einige Ledersofas und Sessel und einen großen Flachbildfernseher. Mir fiel die Kinnlade runter. Irgendwann trat Janna vor mich und schnipste mir vor der Nase. "Anscheinend gefällt es dir." "Gefallen ist noch gar kein Ausdruck! Ihr lebt wirklich mit Stil in diesem großen Haus. Habt ihr auch Kinder oder so?" Nach dieser Frage verschwand ihr Lächeln und ihre Augen wurden glasig. Sie weinte. "Janna? Tut mir leid, falls ich etwas falsches gesagt haben sollte." Jemand trat hinter uns, es war Christopher. "Liebling? Ist alles ok?" Janna drehte sich zu ihm um und weinte in seine Brust. Er sah mich fragend an und ich fragte mich, was ich gesagt haben könnte. 'Gibt es etwa ein Problem wegen dem Schwangerwerden?' Langsam beruhigte sie sich und wir liefen langsam in Richtung Küche, wo das Essen auf uns wartete. Wir setzten uns an den Tisch und schwiegen uns an.
Mittendrin fing Janna an zu reden: "Tut mir leid. dass du mich so sehen musstest. Ich bin noch etwas empfindlich, was das Thema betrifft. Hat nichts mit dir zu tun." Christopher und ich schauten sie gespannt an. "Ich wollte dich nicht kränken. Darf ich denn fragen, was es ist?", fragte ich vorsichtig und wechselte von Janna zu Christopher. "Ehm, Janna..." Er machte kurz Pause und sah seine Frau erwartungsvoll an. Sie nickte. "Nun ja, Janna kann keine Kinder kriegen." Dieser Satz ließ mich meine Gabel fallen lassen. Janna erschrak bei dem Lärm und wieder wurden ihre Augen glasig. "Oh nein. Das tut mir wahnsinnig leid. Ich hatte ja keine Ahnung." Ich stand auf und lief auf Janna zu, um sie in den Arm zu nehmen. Ich tröstete sie, bis sie sich wieder beruhigte und setzte mich ihr wieder gegenüber an den Tisch, um weiter zu essen. "Wer hat das gemacht? Das ist köstlich!" Christopher lächelte und hob die Hand. "Hier ist der Schuldige." "Du kannst kochen? Sowas gibt es sehr selten, Janna du hast so ein Glück." Sie lächelte und rutschte näher zu ihrem Mann.
Wir unterhielten uns noch ein wenig, bis die Küchenuhr 15 Uhr schlug. "Oh, es ist schon spät. Ich muss noch nach Hause und etwas für die Schule machen." Ich umarmte noch einmal Janna und Christopher brachte mich zu Tür. "Danke für das Essen. War wirklich sehr lecker." "Gerne. Danke, dass du die Einladung angenommen hast. Nach gestern war ich etwas unsicher deswegen.""Ja, wegen gestern wollte ich mich noch entschuldigen. Ich war etwas überfordert mit der Situation." "Situation? Was meinst du?" "Naja, dass du eine Frau hast. Das hat mich etwas erschrocken." Erst nach dem Satz merkte ich, was ich da eigentlich gesagt hatte. Er lächelte beugte sich etwas zu mir runter und gab mir einfach einen Kuss auf die Wange. Ich wusste nicht weshalb, aber es störte mich nicht. Ich lächelte stattdessen und ging dann zur Straße runter und lief in irgendeine Richtung. "Du musst in die andere Richtung laufen. An der nächsten Kreuzung musst du dann links abbiegen und dann kommst du auf deine Hauptstraße." Ich winkte ihm noch zu und lief dann etwas schneller. 'Jetzt erwartet mich erst einmal eine Überraschung Zuhause. Wahrscheinlich sind meine Eltern unglaublich sauer.'

Samstag, Juni 06, 2015

Kapitel #34

Ich wurde am nächsten Morgen von meinem Wecker geweckt. Ich drückte auf den roten Knopf und wollte mich gerade umdrehen, als ich merkte, dass ich unbequeme Jeans anhatte. 'Habe ich etwa so geschlafen?' Ich setzte mich auf und merkte, dass mir wieder einmal der Kopf weh tat. Ich hatte gar keine Lust auf Schule, das merkte ich an den Schmerzen, die sich wie Migräne anfühlten. Ich stand auf und lief rüber ins Bad. Ich machte mich kurz frisch und ging dann wieder in mein Zimmer, um was frisches zum Anziehen zu suchen. Mit anderen Klamotten stolzierte ich die Treppen runter in die Küche. Keiner war da. Ich schnappte mir eine Schüssel und machte mir Cornflakes. Ich nahm mein Frühstück hoch in mein Zimmer und schminkte mich ab, um mich dann neu zu schminken. Nach 25min war ich mit essen fertig und brachte die Schüssel wieder runter. Ich ging ins Wohnzimmer, aber auch da war keiner. Im Gästezimmer war Tobias auch nicht und im Schafzimmer meiner Eltern war auch niemand. Ich rannte wieder die Treppen hoch, um auf mein Handy zu schauen. Ich hatte keine neue Nachricht, aber es war schon kurz vor 7. Ich packte meine Tasche, putzte mir die Zähne und zog mir unten die Schuhe an, um das Haus zu verlassen.
Ich lief zum Bahnhof und wartete da auf Franziska. Nach 5min bekam ich einen Anruf. Es war Tobi. "Schatz, sag mal wo bist du? Oder meine Eltern?" Ich merkte, dass meine Stimme sehr verärgert klang, obwohl ich nicht so klingen wollte. "Das erkläre ich dir später, aber wir sehen uns in der Schule. Deine Eltern fahren mich da hin. Bis dann, Schatz." Er legte einfach auf, ohne auf eine Reaktion oder Antwort von mir zu warten. Da war ich echt mega sauer und zum Glück kam endlich Franzi, bei der ich mich über meinen Freund aufregen konnte. Wir umarmten uns ich erzählte ihr von heute morgen und dem Telefonat. Wir unterhielten uns noch den ganzen Weg bis zur Schule und innen sah ich dann auch Tobias bei Sophia und Tami stehen. Ich lief mit geballten Fäusten auf ihn zu und schubste ihn leicht zur Seite. "Sag mal, kannst du dir vorstellen, was für eine Panik ich heute früh hatte?", maulte ich ihn an, sodass uns manche Schüler anschauen mussten. Sein zuvor aufgesetztes Lächeln verschwand und er schaute leicht beschämt. "Tut uns leid, aber wir hatten eine Überraschung für dich. Dazu mussten wir früher los und wir waren halt nicht pünktlich Zuhause." Ich schüttelte nur den Kopf und verdrehte die Augen. "Weißt du was? Ich brauche keine Überraschung von euch! Ich gehe woanders hin." Ich stapfte wütend zur anderen Seite der Schule und wartete da auf das Klingeln.
Der Unterricht begann und ich musste mir noch gefühlte tausend Mal Tobis Entschuldigungen anhören. Ich versuchte ihn zu ignorieren, was echt schwer war, denn irgendwann war es nur noch lustig und zugleich süß. Ich musste mir ein Lachen verkneifen, vor allem weil ich nicht schon wieder Ärger mit der Lehrerin wollte. So ging es fast den ganzen Tag weiter.
In der letzten Stunde fiel mir plötzlich auf, dass ich zum Glück Christopher nicht über den Weg gelaufen bin. Das Zusammentreffen am Tag zuvor war mir nach wie vor noch peinlich. Tobias stupste mich in der Stunde einige Male an, aber ich wollten nicht reagieren. Irgendwann erwischte er eine Stelle, an der ich kitzlig war. Ich hopste auf dem Stuhl und man hörte es durch das Zimmer. Alle schauten mich an, inklusive dem Lehrer, der nicht erfreut schaute. "Christina, gibt es ein Problem?" Ich schüttelte beschämt den Kopf und sah böse zu Tobias. Diesmal war ich echt sauer. Ich wollte ihn gar nicht mehr sehen und das musste ich zum Glück auch nicht mehr, denn die Stunde war endlich rum.
Ich rannte raus, runter in den Hof und sah die Frau von gestern bei einem roten Golf stehen. Sie winkte und lächelte mir zu. Ich winkte zurück und lief zur Bushaltestelle vor der Schule. Ich sah von der Seite, dass sie auf mich zu lief und ich versuchte meinen Gang zu verschnellen. Sie holte mich allerdings bald ein und man sah ihm im Gesicht an, dass sie etwas verwirrt und auch etwas verletzt war. "Ich weiß nicht, wie du heißt, aber warum bist du gestern so schnell weggewesen?" "Meinen Namen müssen Sie nicht..." "Christina!", hörte ich hinter mir rufen. "Hey, Schatz. Hallo Christina." "Hallo, Christopher." Er lächelte mich an, aber seine Frau schaute mich etwas bestürzt. "Ihr duzt euch?" Herr Hints Lächeln verschwand und er nickte. "Möchtest du mit uns fahren? Du wohnst ja nicht weit von uns. Und wenn du willst, können wir zusammen was essen", bot mir Christopher an. Ich wollte das nicht, aber ich wollte nicht schon wieder absagen, also sagte ich doch zu. Wir fuhren mit ihrem Auto nach Hause und keiner sagte ein Wort.

Montag, Juni 01, 2015

Kapitel #33

Das Essen war irgendwann fertig, wir aßen in Ruhe zusammen, aber ich konnte leider nicht alles essen. "Danke, hat gut geschmeckt", sagte ich zu meinem Freund und meiner Mama, "aber ich muss kurz aufstehen." Beide nickten und ich stand auf und verließ den Tisch. Ich wollte kurz an die Luft, denn ich hatte leichte Kopfschmerzen. "Schatz, kommst du mal?" Ich wollte Tobias nur schnell Bescheid geben, dass ich mal raus musste. Er kam um die Ecke und sah mir zu, wie ich mir die Schuhe zuband. "Ich muss mal kurz raus. Bis später." Gerade wollte ich zur Türe raus, da fragte er noch schnell: "Wohin gehst du? Bleibst du lange weg?" Ich schüttelte nur den Kopf und zog die Haustür hinter mir zu. Zum Glück dämmerte es schon langsam. Die Wolken waren leicht rosa-orange, was ich jedes Mal gerne anschaute. Ich lief durch den kleinen Wald bei uns zur Bushaltestelle. Ich wusste nicht, weswegen ich ausgerechnet dahin wollte, ich tat es einfach. Ich überquerte die Straße und setzte mich auf einen der Stühle. 'Mist, ich hätte vielleicht eine Zigarette von Tobi mitnehmen sollen.' Ich war ja eigentlich keine Raucherin, aber ich hatte so ein Verlangen danach.
Nach 5 Minuten kam ein Bus vorbei, der bei mir anhielt. Es stiegen einige Leute aus; unter anderem auch er. 'Shit, hoffentlich sieht er..' "Oh, hallo Christina. Was für eine schöne Überraschung dich hier zu treffen." Ich merkte, wie ich wieder einmal rot und nervös wurde und versuchte seinem Blick auszuweichen. Doch es war schon zu spät, denn der setzte sich mit seinen Taschen neben mich. "Hallo, Christopher. Woher kommst du?" Ich versuchte an seinen schönen eisblauen Augen vorbei zu schauen, während ich auf seine Antwort wartete. "Ich war einkaufen, meine Frau sollte mich eigentlich von der Bushaltestelle abholen kommen. Was machst du hier so alleine?", fragte er mit seiner überaus männlichen Stimme und einem leichten Lächeln auf den Lippen. Jetzt musste ich ihm in die Augen schauen und vergaß dabei vollkommen ihm zu antworten. "Christina?" "Hm? Oh, entschuldige. War gerade in Gedanken woanders." Ich wollte aufstehen, denn ich konnte nicht mehr in seiner Nähe bleiben. "Hab ich gemerkt, ist etwas passiert? Geht es um deine Krankheit?" Ich schüttelte den Kopf und dieses Mal schwank ich vom Sitz hoch und sagte noch: "Ich muss jetzt gehen. Tschüss, Christopher." Ich lief in Richtung Ampel, als ich in eine Frau rein lief. "Oh, tut mir leid, Kleines. Ist alles in Ordnung?" Ich schaute hoch und sah eine blonde Frau, so um die 30, die mich sanft anlächelte. "Ehm, ja, alles gut. Entschuldigung, ich hätte besser aufpassen müssen." 'Warum muss ich immer in fremde Personen rein laufen?' Die Frau lachte jetzt und sagte: "War ja nicht deine Schuld. Komm mit uns, dann mache ich dir einen Kaffee oder einen Cappucchino, was du willst." 'Uns?' Sie drehte sich in Richtung der Bushaltestelle und da hätte mir fast schlecht werden können. Sie ging auf Herr Hint zu und sie umarmten sich. 'Shit, shit shit, ich muss hier weg.' "Nein, ist schon in Ordnung. Ich muss nach Hause, meine Eltern warten bestimmt auf mich mit dem Essen." Ich rannte einfach über die Straße und achtete nicht einmal auf die Autos, die mich anhupten, als ich vor sie rannte. Ich rannte schnell nach Hause, schloss die Tür auf und zog mir die Schuhe aus. Ich hörte Schritte, die mir entgegen kamen. "Da bist du ja Schatz. Ist alles OK? Du warst so schnell weg." Ich nickte nur und gab Tobias einen Kuss auf die Wange. Im Wohnzimmer saßen meine Eltern und sahen fern. "Oh, das bist du ja. Wo warst du?" "Nur kurz raus, mir die Beine vertreten", log ich meine Eltern an. Ich stolzierte die Treppen hoch in mein Zimmer und schmiss mich auf mein Bett. Ich schnappte mir mein Handy, das ich Zuhause gelassen hatte und antwortete meinen Freunden auf WhatsApp. Irgendwann hörte ich, wie jemand die Tür schloss und meinem Bett näher kam. "Bist du etwa schon wieder müde? Ist das etwa eine Nebenwirkung deiner Tabletten?", fragte er total besorgt. Ich legte mein Handy wieder weg und sah ihn lächelnd an. Er legte sich neben mich und ich drehte mich mit meinem Kopf zu ihm, dass nur 2mm zwischen unseren Nasen waren. "Weißt du, dass ich dich liebe?", fragte ich ihn lächelnd. Er lächelte mich nun auch an und sagte: "Gut möglich. Aber nicht so sehr, wie ich dich liebe." Er küsste meine Nasenspitze und streichelte über meinen Arm. Ich wollte meine Augen nur für einen Moment schließen, aber ich musste wohl wieder einmal eingeschlafen sein.