Samstag, Juni 06, 2015

Kapitel #34

Ich wurde am nächsten Morgen von meinem Wecker geweckt. Ich drückte auf den roten Knopf und wollte mich gerade umdrehen, als ich merkte, dass ich unbequeme Jeans anhatte. 'Habe ich etwa so geschlafen?' Ich setzte mich auf und merkte, dass mir wieder einmal der Kopf weh tat. Ich hatte gar keine Lust auf Schule, das merkte ich an den Schmerzen, die sich wie Migräne anfühlten. Ich stand auf und lief rüber ins Bad. Ich machte mich kurz frisch und ging dann wieder in mein Zimmer, um was frisches zum Anziehen zu suchen. Mit anderen Klamotten stolzierte ich die Treppen runter in die Küche. Keiner war da. Ich schnappte mir eine Schüssel und machte mir Cornflakes. Ich nahm mein Frühstück hoch in mein Zimmer und schminkte mich ab, um mich dann neu zu schminken. Nach 25min war ich mit essen fertig und brachte die Schüssel wieder runter. Ich ging ins Wohnzimmer, aber auch da war keiner. Im Gästezimmer war Tobias auch nicht und im Schafzimmer meiner Eltern war auch niemand. Ich rannte wieder die Treppen hoch, um auf mein Handy zu schauen. Ich hatte keine neue Nachricht, aber es war schon kurz vor 7. Ich packte meine Tasche, putzte mir die Zähne und zog mir unten die Schuhe an, um das Haus zu verlassen.
Ich lief zum Bahnhof und wartete da auf Franziska. Nach 5min bekam ich einen Anruf. Es war Tobi. "Schatz, sag mal wo bist du? Oder meine Eltern?" Ich merkte, dass meine Stimme sehr verärgert klang, obwohl ich nicht so klingen wollte. "Das erkläre ich dir später, aber wir sehen uns in der Schule. Deine Eltern fahren mich da hin. Bis dann, Schatz." Er legte einfach auf, ohne auf eine Reaktion oder Antwort von mir zu warten. Da war ich echt mega sauer und zum Glück kam endlich Franzi, bei der ich mich über meinen Freund aufregen konnte. Wir umarmten uns ich erzählte ihr von heute morgen und dem Telefonat. Wir unterhielten uns noch den ganzen Weg bis zur Schule und innen sah ich dann auch Tobias bei Sophia und Tami stehen. Ich lief mit geballten Fäusten auf ihn zu und schubste ihn leicht zur Seite. "Sag mal, kannst du dir vorstellen, was für eine Panik ich heute früh hatte?", maulte ich ihn an, sodass uns manche Schüler anschauen mussten. Sein zuvor aufgesetztes Lächeln verschwand und er schaute leicht beschämt. "Tut uns leid, aber wir hatten eine Überraschung für dich. Dazu mussten wir früher los und wir waren halt nicht pünktlich Zuhause." Ich schüttelte nur den Kopf und verdrehte die Augen. "Weißt du was? Ich brauche keine Überraschung von euch! Ich gehe woanders hin." Ich stapfte wütend zur anderen Seite der Schule und wartete da auf das Klingeln.
Der Unterricht begann und ich musste mir noch gefühlte tausend Mal Tobis Entschuldigungen anhören. Ich versuchte ihn zu ignorieren, was echt schwer war, denn irgendwann war es nur noch lustig und zugleich süß. Ich musste mir ein Lachen verkneifen, vor allem weil ich nicht schon wieder Ärger mit der Lehrerin wollte. So ging es fast den ganzen Tag weiter.
In der letzten Stunde fiel mir plötzlich auf, dass ich zum Glück Christopher nicht über den Weg gelaufen bin. Das Zusammentreffen am Tag zuvor war mir nach wie vor noch peinlich. Tobias stupste mich in der Stunde einige Male an, aber ich wollten nicht reagieren. Irgendwann erwischte er eine Stelle, an der ich kitzlig war. Ich hopste auf dem Stuhl und man hörte es durch das Zimmer. Alle schauten mich an, inklusive dem Lehrer, der nicht erfreut schaute. "Christina, gibt es ein Problem?" Ich schüttelte beschämt den Kopf und sah böse zu Tobias. Diesmal war ich echt sauer. Ich wollte ihn gar nicht mehr sehen und das musste ich zum Glück auch nicht mehr, denn die Stunde war endlich rum.
Ich rannte raus, runter in den Hof und sah die Frau von gestern bei einem roten Golf stehen. Sie winkte und lächelte mir zu. Ich winkte zurück und lief zur Bushaltestelle vor der Schule. Ich sah von der Seite, dass sie auf mich zu lief und ich versuchte meinen Gang zu verschnellen. Sie holte mich allerdings bald ein und man sah ihm im Gesicht an, dass sie etwas verwirrt und auch etwas verletzt war. "Ich weiß nicht, wie du heißt, aber warum bist du gestern so schnell weggewesen?" "Meinen Namen müssen Sie nicht..." "Christina!", hörte ich hinter mir rufen. "Hey, Schatz. Hallo Christina." "Hallo, Christopher." Er lächelte mich an, aber seine Frau schaute mich etwas bestürzt. "Ihr duzt euch?" Herr Hints Lächeln verschwand und er nickte. "Möchtest du mit uns fahren? Du wohnst ja nicht weit von uns. Und wenn du willst, können wir zusammen was essen", bot mir Christopher an. Ich wollte das nicht, aber ich wollte nicht schon wieder absagen, also sagte ich doch zu. Wir fuhren mit ihrem Auto nach Hause und keiner sagte ein Wort.

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