Das Essen war irgendwann fertig, wir aßen in Ruhe zusammen, aber ich konnte leider nicht alles essen. "Danke, hat gut geschmeckt", sagte ich zu meinem Freund und meiner Mama, "aber ich muss kurz aufstehen." Beide nickten und ich stand auf und verließ den Tisch. Ich wollte kurz an die Luft, denn ich hatte leichte Kopfschmerzen. "Schatz, kommst du mal?" Ich wollte Tobias nur schnell Bescheid geben, dass ich mal raus musste. Er kam um die Ecke und sah mir zu, wie ich mir die Schuhe zuband. "Ich muss mal kurz raus. Bis später." Gerade wollte ich zur Türe raus, da fragte er noch schnell: "Wohin gehst du? Bleibst du lange weg?" Ich schüttelte nur den Kopf und zog die Haustür hinter mir zu. Zum Glück dämmerte es schon langsam. Die Wolken waren leicht rosa-orange, was ich jedes Mal gerne anschaute. Ich lief durch den kleinen Wald bei uns zur Bushaltestelle. Ich wusste nicht, weswegen ich ausgerechnet dahin wollte, ich tat es einfach. Ich überquerte die Straße und setzte mich auf einen der Stühle. 'Mist, ich hätte vielleicht eine Zigarette von Tobi mitnehmen sollen.' Ich war ja eigentlich keine Raucherin, aber ich hatte so ein Verlangen danach.
Nach 5 Minuten kam ein Bus vorbei, der bei mir anhielt. Es stiegen einige Leute aus; unter anderem auch er. 'Shit, hoffentlich sieht er..' "Oh, hallo Christina. Was für eine schöne Überraschung dich hier zu treffen." Ich merkte, wie ich wieder einmal rot und nervös wurde und versuchte seinem Blick auszuweichen. Doch es war schon zu spät, denn der setzte sich mit seinen Taschen neben mich. "Hallo, Christopher. Woher kommst du?" Ich versuchte an seinen schönen eisblauen Augen vorbei zu schauen, während ich auf seine Antwort wartete. "Ich war einkaufen, meine Frau sollte mich eigentlich von der Bushaltestelle abholen kommen. Was machst du hier so alleine?", fragte er mit seiner überaus männlichen Stimme und einem leichten Lächeln auf den Lippen. Jetzt musste ich ihm in die Augen schauen und vergaß dabei vollkommen ihm zu antworten. "Christina?" "Hm? Oh, entschuldige. War gerade in Gedanken woanders." Ich wollte aufstehen, denn ich konnte nicht mehr in seiner Nähe bleiben. "Hab ich gemerkt, ist etwas passiert? Geht es um deine Krankheit?" Ich schüttelte den Kopf und dieses Mal schwank ich vom Sitz hoch und sagte noch: "Ich muss jetzt gehen. Tschüss, Christopher." Ich lief in Richtung Ampel, als ich in eine Frau rein lief. "Oh, tut mir leid, Kleines. Ist alles in Ordnung?" Ich schaute hoch und sah eine blonde Frau, so um die 30, die mich sanft anlächelte. "Ehm, ja, alles gut. Entschuldigung, ich hätte besser aufpassen müssen." 'Warum muss ich immer in fremde Personen rein laufen?' Die Frau lachte jetzt und sagte: "War ja nicht deine Schuld. Komm mit uns, dann mache ich dir einen Kaffee oder einen Cappucchino, was du willst." 'Uns?' Sie drehte sich in Richtung der Bushaltestelle und da hätte mir fast schlecht werden können. Sie ging auf Herr Hint zu und sie umarmten sich. 'Shit, shit shit, ich muss hier weg.' "Nein, ist schon in Ordnung. Ich muss nach Hause, meine Eltern warten bestimmt auf mich mit dem Essen." Ich rannte einfach über die Straße und achtete nicht einmal auf die Autos, die mich anhupten, als ich vor sie rannte. Ich rannte schnell nach Hause, schloss die Tür auf und zog mir die Schuhe aus. Ich hörte Schritte, die mir entgegen kamen. "Da bist du ja Schatz. Ist alles OK? Du warst so schnell weg." Ich nickte nur und gab Tobias einen Kuss auf die Wange. Im Wohnzimmer saßen meine Eltern und sahen fern. "Oh, das bist du ja. Wo warst du?" "Nur kurz raus, mir die Beine vertreten", log ich meine Eltern an. Ich stolzierte die Treppen hoch in mein Zimmer und schmiss mich auf mein Bett. Ich schnappte mir mein Handy, das ich Zuhause gelassen hatte und antwortete meinen Freunden auf WhatsApp. Irgendwann hörte ich, wie jemand die Tür schloss und meinem Bett näher kam. "Bist du etwa schon wieder müde? Ist das etwa eine Nebenwirkung deiner Tabletten?", fragte er total besorgt. Ich legte mein Handy wieder weg und sah ihn lächelnd an. Er legte sich neben mich und ich drehte mich mit meinem Kopf zu ihm, dass nur 2mm zwischen unseren Nasen waren. "Weißt du, dass ich dich liebe?", fragte ich ihn lächelnd. Er lächelte mich nun auch an und sagte: "Gut möglich. Aber nicht so sehr, wie ich dich liebe." Er küsste meine Nasenspitze und streichelte über meinen Arm. Ich wollte meine Augen nur für einen Moment schließen, aber ich musste wohl wieder einmal eingeschlafen sein.
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