Keine 5 Minuten später war ich endlich Zuhause. Ich sperrte die Haustür auf und hörte den Fernseher im Wohnzimmer. Ich begab mich ins Wohnzimmer und sah meine Eltern und meinen Freund auf der großen Couch sitzen. "Hallo, Familie." "Na endlich! Wir haben uns schreckliche Sorgen gemacht. Tut uns leid, dass wir dir keinen Zettel oder so da gelassen haben, aber es sollte ja eine..." "Ja, ich weiß, eine Überraschung. Was ist es denn?" Ich schaute zwischen den drei Leuten hin und her und alle grinsten mich an. Dann kam Tobi auf mich zu, der etwas hinter seinem Rücken versteckte. Er hielt mir seine Wange hin, woraufhin ich ihm einen Kuss gab und schon zeigte er mir eine rote Rose. Ich nahm sie an und dann zeigte er mir seine zweite Hand und da war eine kleine Schachtel. Ich nahm die pinke Schachtel an und setzte mich auf das Sofa. Ich öffnete vorsichtig die Schleife und daraufhin die Schachtel und mir kam ein kleiner Umschlag entgegen. Ich legte die Schachtel neben mich und machte den Umschlag auf. Ich sah nur etwas blaues am oberen Rand einer Karte. Ich nahm sie ganz raus und was drauf stand, war einfach so toll: 'Eine Ballon-Fahrt zu zweit.' Ich konnte es nicht fassen, dass Tobias mir so etwas tolles schenkte. "Ist das dein ernst, Schatz?", fragte ich ihn ungläubig und sah in seinem Gesicht die Freude, dass ich mich über das Geschenk freute. "Ja, wir fliegen mit einem Ballon. In den nächsten Ferien gleich, wenn du willst." Ich nickte wild mit dem Kopf und fiel meinem Freund um den Hals. Ich küsste ihn tausend mal auf die Wange, bis er mich leicht von sich stieß. "Ok Ok, freut mich, dass es dir gefällt." "Ist das ein Witz?! Ich platze gleich vor Begeisterung! Aber weswegen musstet ihr dann so früh weg?" "Weil wir nicht wussten, ob du am Nachmittag Zuhause sein wirst. Ich wollte es unbedingt heute noch besorgen. Tut mir noch mal leid", sagte Tobias mit einem süßen Hundeblick, wegen dem ich hätte dahin schmelzen können.
"Ich störe nur ungern, aber wo warst du? Und hast du überhaupt gegessen?", fragte meine Mama neugierig. Ich wusste, dass sie mich deswegen ausfragen würde, nur wusste ich nicht, ob ich ihnen erzählen sollte wo ich war. 'Ich kann ihnen doch nicht sagen, dass ich bei einem Lehrer von meiner Schule war und ich dort gegessen habe. Was werden sie von mir denken? Und vor allem Tobias?' Ich entschied mich gegen die Wahrheit und antwortete: "Ich war nur bei Sophia. Wir haben ein wenig für die nächste Klausur gelernt und ich hab dort auch was zum Essen bekommen." Meine Mama schaute mich ungläubig an. Wahrscheinlich ahnte sie schon, dass ich sie anlog, aber es ging nicht anders. War für alle Beteiligten das beste, insbesondere für die Beziehung von Tobi und mir. Ich nahm Tobias einfach an die Hand und lief mit ihm in Richtung Treppen. "Wir gehen dann mal hoch." Ich zog ihn mit mir hoch in mein Zimmer und machte die Tür zu. "Du warst nicht bei Franziska!" Nach dem Satz erschrak ich leicht. Ich versuchte so glaubwürdig wie nur möglich zu klingen: "Doch war ich. Wo sollte ich sonst gewesen sein?" "Weiß ich nicht, aber jedenfalls nicht bei ihr, weil ich sie angerufen habe, um nach dir zu fragen. Sie wusste genauso viel wie ich, wo du warst." Ich biss mir leicht auf die Unterlippe; ich war wieder einmal nervös. Ich wusste, dass ich nicht lange stand halten konnte, also platzte es aus mir heraus. "Ich war bei einem Lehrer. Zuhause." Tobias schaute mich einfach nur an und sagte nichts. Ich hasste es, wenn er das tat. "Tobi?" Er bewegte sich nicht und sagte immer noch nichts. "Ich wurde von seiner Frau eingeladen, dass ich dort esse, weil sie mich kennt. Hörst du?" Jetzt nickte Tobias, trat ein Stück zurück und setzte sich auf meine Bettkante. "Warum hast du das nicht sofort gesagt?" "Weil ich mir schon fast gedacht habe, was ihr sagen werdet. Beziehungsweise, was ihr nicht sagen werdet", gab ich leicht beschämt zu. "Außerdem klingt das auch echt komisch, wenn man sagt, dass man bei einem Lehrer Zuhause war, vor allem, wenn man diesen Lehrer nirgends selbst hat." Tobias schaute mich einfach weiterhin an und wir sagten beide kein Wort mehr. Ich wusste nicht, ob ich mich neben ihn setzen sollte oder nicht. Aber eigentlich hatte ich nichts falsch gemacht, also setzte ich mich zu ihm, aber er rutschte ein wenig weg von mir. Das tat weh!
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