Donnerstag, Oktober 08, 2015

Kapitel #43

Nach etwa 2 Stunden shoppen und durch die Läden wandern, waren wir beide müde und uns taten die Arme weh. Ich hatte mir einige neue Oberteile gekauft, zwei Paar Hosen, einen Schal, ein paar High Heels und eine Sonnenbrille, obwohl die Zeit der Sonnenbrille eigentlich schon vorbei war. Aber ich fand, dass man nie genug Sonnenbrillen haben kann, genauso wie Taschen, Schuhe und Schmuck. Ich liefen zum Hauptbahnhof und fuhren dann mit der S-Bahn nach Hause. Um ehrlich zu sein, hatte ich keine Lust, dass Franziska mich begleitete, deshalb sagte ich: "Du, Franzi, hör mal. Ich bin ziemlich fertig. Würde es dir was ausmachen, wenn du nicht noch mit zu mir kommst? Ich will einfach nur meine Sachen Zuhause ablegen, duschen und mich dann ein wenig ausruhen." Franzi lächelte und antwortete: "Kein Problem. Auch ich will um ehrlich zu sein schnell Heim. Aber wenn du etwas brauchst, oder es dir wegen 'du weist schon' nicht gut geht, kannst du mir gern schreiben oder mich einfach anrufen. Ich bin für dich, schließlich bist du meine beste Freundin!" Wir lächelten uns gegenseitig an und umarmten uns dann.
Irgendwann kamen wir dann an unserem Bahnhof an und wir stiegen gemeinsam aus. Wir stolzierten schweigend die Treppen hinunter, bis zu der Kreuzung, wo sich unsere Wege wie immer trennten. Ich lief nach Hause und schaute nach fast 5 Stunden mal endlich wieder auf mein Handy. Ich hatte 3 verpasste Anrufe von meiner Mum und einen von Chris. Ich wunderte mich über seinen Anruf, aber ich wollte ihn nicht zurückrufen. Brauchte ich auch nicht, denn mir kam ein blonder Mann entgegen, der mich fröhlich angrinste. "Christopher, hey!" "Wow! Was hast du mit deinen Haaren gemacht? Das sieht echt toll aus." Ich spürte, wie die Röte in mir aufstieg und schaute verlegen zu Boden. "Danke, wohin gehst du?" "Auch zum Friseur", sagte er lachend. Da fiel es mir wieder ein: "Bei dem Friseur in der Stadt in der Nähe vom Hauptbahnhof?" "Ehm, ja? Ok, das ist jetzt gruselig! Woher weißt du das?" Ich zuckte nur mit den Schultern und spürte, wie mir nur noch heißer wurde. "Alles in Ordnung? Du wirkst gerade so, als hättest du einen Geist gesehen." Er winkte mit seiner Hand vor meinem Gesicht, aber ich reagiert nicht, weil ich einen seltsamen Gedanken hatte. 'Das kann doch kein Zufall sein! Ich stoße mit ihm in der Kirche zusammen. Ich laufe beinahe gegen jede Tür, die er öffnet. Er wohnt ziemlich nah bei mir und das wusste ich nie. Und jetzt gehen wir auch noch zum gleichen Friseur und er ruft zufällig an, während ich noch bei Laura auf dem Stuhl saß. Was wenn das alles Schicksal ist? Eigentlich glaube ich nicht daran, aber das ist die einzige Erklärung für alle diese Geschehnisse.' "Chrissi?" Ich blickte ihn an und sah in seine schönen blauen Augen, die mich leicht besorgt ansahen. "Tut mir leid, was hast du gesagt?" "Ich mache mir Sorgen! Wirkliche Sorgen! Aber ich muss zur S-Bahn, sonst verpasse ich meinen Termin. Ich rufe dich an, sobald ich fertig bin und dann reden wir. Dauert bei mir ja nicht so lang. Ich muss nur bisschen kürzer schneiden und meinen Bart etwas stutzen lassen, so wie immer." Er lächelte umarmte mich und flitzte zum Bahnhof. Da stand ich nun, alleine mit meinen Gedanken, die in meinem Kopf herum flogen. 'Will das Schicksal mir etwas damit sagen? Hat es darum nicht mit Tobias geklappt? Wollte das Schicksal, dass wir uns trennen? Ich dachte, dass genau das Schicksal Tobi und mich zusammengeführt hatte und jetzt will es das nicht mehr?' Ich schüttelte den Kopf und versuchte somit diesen Gedanken aus meinem Kopf zu schütteln. 
Ich lief weiter in die Richtung meines Hauses und kam nach 5 Minuten endlich an. Ich öffnete die Haustür, ließ die Einkaufstüten auf den Boden fallen und rief: "Hallo! Ich bin Zuhause und habe eine Überraschung." Keine Antwort. 'Hm, vielleicht ist ja Jemand im Wohnzimmer oder in der Küche.' Auf der Couch saß niemand, also lief ich in die Küche und da erwartete mich etwas nicht sehr Gutes. "Was machst du hier, Tobias?" Er stand am Fensterbrett und starrte mich einfach nur an. Seine Augen sahen verheult aus, weswegen ich auf ihn zu ging, aber trotzdem Sicherheitsabstand hielt. "Ich brauche jemanden zum Reden und ja, ich weiß, dass ich scheiße zu dir war und dass das jetzt blöd kommt, aber ich brauche dich!" Ich hob eine Augenbraue hoch und sah ihn etwas verdutzt an. "Ok? Was ist los?", fragte ich unsicher. "Julia.. wurde umgebracht." Sofort fiel mir die Kinnlade runter. Ich kannte Julia nicht sonderlich gut, aber trotzdem traf es mich, denn ich kannte sie ja. "Was? Aber wieso und wer war es?" Tobias schüttelte den Kopf und drehte sich zum Fenster um. "Wir haben sie nur gefunden, alleine und schon tot. Sie wurde davor entführt und weil wir die Polizei verständigt haben, hat der Entführer sie erschossen. Wir wissen nicht einmal, ob es ein Mann oder eine Frau war. Verstehst du jetzt, warum ich gerade dich zum Reden beziehungsweise zum Zuhören brauche?" Ich schüttelte den Kopf, denn ich konnte mir keinen Reim darauf machen. "Weil ich schon wieder ein Mädchen verloren habe, dass mir etwas bedeutet hat! Nach dir, dann Julia... Ich kann nicht mehr." Das war der Moment, in dem Tobias zusammenbrach und zu Boden sackte. "Tobias... Bitte beruhige dich, dadurch kommt sie auch nicht wieder. Aber jetzt muss ich dir einfach die Frage stellen: Warum hast du dann mit mir Schluss gemacht?" "Genau deswegen ja! Weil du mir etwas bedeutest und du mir weh getan hast. Das konnte ich nicht länger zulassen." Ich verdrehte innerlich die Augen, denn ich konnte seinen Worten nicht glauben. Aber zu der Zeit musste ich für ihn da sein, egal wie schwer es mir fiel in seiner Nähe zu sein. "Du kannst hier bleiben, wenn du magst. Meine Eltern haben bestimmt nichts dagegen." "Wissen sie von uns? Beziehungsweise von dir und mir?" 'Dir und mir? Also gab es kein uns mehr?' Es klang schrecklich in meinen Ohren. Ich nickte und versuchte trotzdem zu lächeln, obwohl es mir das Herz brach, ihn so zu sehen. Wir gingen hoch in mein Zimmer und er legte sich auf mein Bett. "Es fühlt sich so vertraut an", flüsterte er, während er langsam einschlief.
Plötzlich fiel mir Chris wieder ein und dass er mich ja anrufen wollte, sobald er fertig war. Das hätte in jedem Augenblick passieren können, aber wie hätte ich es vor meinem Ex-Freund geheim halten können. Dann fielen mir auch wieder diese ganzen Fragen zum Schicksal ein. 'Ich kann ihn einfach nicht vergessen, aber warum hat das Schicksal Tobias wieder zu mir geführt? Um mich zu quälen oder einfach, damit wir es mit Freundschaft versuchen? Vielleicht hat es uns damals auch nur aus diesem Grund zusammengeführt.' Aber die wichtigste Frage stellte ich mir anschließend: 'Bin ich in einen von ihnen wirklich verliebt? Und wenn ja, in wen?'

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen