Samstag, Oktober 24, 2015

Kapitel #44

"Ich muss kurz nach unten, telefonieren. Wenn du willst, kannst du versuchen ein wenig zu schlafen bis ich wieder komme." Ich drehte mich zu ihm und sah wie er nickte und die Augen schloss. 'Irgendetwas empfinde ich ja natürlich noch für ihn. Es ist schließlich nicht mal 3 Tage her, seit wir uns getrennt haben.' Ich machte meine Zimmertür leise hinter mir zu und schlich leichtfüßig die Treppen herunter. Genau als ich unten ankam, klingelte das Telefon und flitzte ins Wohnzimmer zum Couchtisch. Es war eine unbekannte Nummer. 'Das ist er bestimmt. Oh Gott, ich zitter total.' "Ja, hallo?" "Hey, Chrissi. Ich bin's." Ich lächelte, als ich seine Stimme am anderen Ende hören konnte. Ich setzte mich auf die Couch und grinste weiterhin. "Ich weiß. Ging ja wirklich schnell bei dir. Du bist aber noch nicht Zuhause oder?" Er lachte: "Nein, nein. Ich bin gerade erst aus dem Friseurladen raus, aber wollte gleich anrufen, weil ich mir ja Sorgen um dich mache. Aber anscheinend geht es dir besser, so fröhlich wie du klingst. Ist etwas passiert?" Ich lächelte nur noch mehr, weil er sich wirklich Sorgen um mich machte, aber ich konnte ihm ja wohl schlecht sagen, dass ich seinetwegen so glücklich wieder war. Ich überlegte aber, ob ich es doch sagen wollte, bis er fragte: "Hallo? Noch dran?" "Ja klar. Mir geht es wirklich wieder gut, dank dir." Und da hatte ich es gesagt. Ich spürte die Röte in meinem Gesicht und lächelte noch mehr aus Scham. Er lachte wieder und sagte: "Dann bin ich ja froh, wenn ich dich etwas aufheitern konnte. Wie auch immer ich das hingekriegt habe." Wir lachten beide am Telefon.
Wir redeten noch eine Weile und ich hörte hin und wieder den Zug bei ihm im Hintergrund, weil er sich auf dem Heimweg befand. Irgendwann schaute ich auf die Uhr und bemerkte, dass inzwischen 15 Minuten vergangen waren. Ich unterbrach Christopher mitten im Satz und sagte: "Du, sorry, aber ich muss auflegen. Wenn du willst, können wir morgen wieder telefonieren und dann etwas länger, aber jetzt gerade geht es wirklich nicht. Tschüss." Ohne auf eine Antwort oder ein 'Tschüss' von ihm zu warten, legte ich einfach auf und legte das Telefon auf die Couch neben mich, während mein Herz drohte aus meiner Brust zu springen. Das war das Herzrasen wieder. Wegen ihm. Ich sah zur Treppe und dann fiel mir Tobias ein, weshalb ich zur Treppe rannte und sie hoch stolperte. Ich betrat mein Zimmer und sah Tobias auf meinem Bett liegen. Ob er schlief oder nicht, konnte ich da noch nicht sagen. Erst als er sich umdrehte und die Augen öffnete, wusste ich es. "Du bist wach? Konntest du nicht schlafen?", fragte ich ihn besorgt. Er schüttelte den Kopf und gab mit seinem Kopf ein Zeichen an mich, dass ich mich zu ihm setzen sollte. Also setzte ich mich in Bewegung und kniete mich neben das Bett und schaute ihn dabei an. Er lächelte und sah nicht mehr ganz so verheult aus. "Weißt du, dass mich deine Gegenwart sehr beruhigt? Allein, wenn du hier neben mir sitzt und nichts sagst." Mir war nicht nach Lächeln zumute. "Tobi, lass das. Du verwirrst mich total." Zwei schockierte Augen sahen mich an und schon verschwand sein Lächeln. "Was ist los mit dir?" "Ich kann nicht nur mit dir befreundet sein, und das weißt du! Oder glaubst du, dass ich innerhalb von 2 Tagen über die Trennung hinweg bin? Du sagst, dass ich dir etwas bedeute, aber machst Schluss. Du sagst, dass du dich bei mir wohl fühlst, aber zeigtest trotzdem mir gegenüber die kalte Schulter. Wieso? Wieso tust du mir das an?", fragte ich, während ich die Tränen spürte. "Christina, du hast mir weh getan. Ich kann nicht mit jemandem zusammen sein, der mir so weh tun kann, obwohl ich diese Person liebe. Aber wenigstens Freunde können wir doch sein. Wer weiß, vielleicht wollte das Schicksal eigentlich ursprünglich, dass wir nur Freunde sind und deshalb kreuzten sich unsere Wege, als du mir damals deine Tasche ins Gesicht geschlagen hast." Wir beide lachten und ich entgegnete: "Hey! Das war keine Absicht und ich kann nichts dafür, wenn du so einen riesen Schädel hast." Wieder lachten wir und dabei kamen wir uns erstaunlich nah. Ich schreckte sofort wieder zurück und stellte mich dann neben das Bett. Ich räusperte mich und fragte: "Willst du etwas trinken? Kaffee, Tee, Wasser?" Er schüttelte nur den Kopf und setzte sich aufrecht auf meinem Bett hin.

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