Immer, wenn ich die Zeit mit Chris genoss und mit ihm lachte, musste ich an Janna denken. Sie war schließlich seine Frau und liebte ihn. Ich stand stumm von meinem Stuhl auf und ging erneut zum Kühlschrank. "Ist alles in ordnung; Christina?", fragte mich Tobi. Ich nickte nur und suchte nach etwas leichtem zu essen, denn plötzlich ist mir der Appetit ziemlich vergangen. Eine hand legte sich auf meine Schulter und anhand des Rings am Finger, wusste ich auch, wer es war, weshalb ich die Hand von meiner Schulter schubste und die Küche verließ. 'Ich hätte mit Tobi so viel glücklicher sein können, aber ich musste mich in einen verheirateten Lehrer verlieben.'
Zum Glück folgte mir keiner in mein Zimmer, denn ich wollte echt einfach allein sein. Ich kuschelte mich an meinen Tiger und aß stumm meine Nektarine. Ich starrte einfach meine Wand an und dachte an nichts. Mein Kopf war leer, sowie mein Herz. Das Loch vergrößerte sich dank dem Gedanken an Janna. Plötzlich schmerzte meine Brust auch wieder und meine Augen fingen an zu brennen. Mein erster Gedanke war dann: 'Christopher sagte zwar, dass er für mich da sei, aber was wenn seine Frau das mit uns mitbekommt? Was wenn es die Schule mitbekommt?' Ich sorgte mich um seinen Job und um seine Ehe. Es klopfte an meiner Zimmertür und beide Jungs kamen rein. "Chrissi, ich muss mit dir reden", sagte Chris ernst. Tobias nahm sich meinen Schreibtischstuhl und Chris setzte sich auch mein Bett zu mir. Er nahm meine Hand in seine Hände und streichelte sie. Er schaute mich nicht an. "Geht es um Janna? Willst du es wegen ihr wieder beenden? Denn das würde ich ver..." "Halt, Stop! Nein, ich will gar nichts beenden. Zumindestens nicht das mit dir. Ich liebe dich und jetzt wo du mich brauchst, kann ich dich erst recht nicht allein lassen, obwohl du ja nicht vollkommen allein bist." Ich hörte ihm einfach zu, denn ich brachte kein Wort raus. "Du bist mir unendlich wichtig und ich habe noch nie so etwas für jemanden empfunden. Seit dem ersten Tag, an dem du in mich reingelaufen bist, interessiere ich mich für dich. Mit Janna läuft es seitdem auch nicht mehr so gut, dass diese Ehe noch einen Sinn hätte. Verstehst du? Ich will dich! Ich brauche dich und du brauchst mich gerade auch." Meine Augen füllten sich wieder mit Tränen und Chris setzte für einen Moment ein besorgtes Gesicht auf. "Hab ich was falsches gesagt?" Ich schüttelte einfach nur den Kopf, lächelte dabei und küsste ihn einfach. "Ich hab noch nie etws so wunderschönes gehört. Ich liebe dich auch, aber du kannst Janna nicht einfach verlassen! Und was ist bitte mit der Schule? Wenn die das mitkriegen, bist du deinen Job los! Ich lasse nicht zu, dass du das für mich auf's Spiel setzt." Er legte mir den Finger auf die Lippen und schüttelte ebenfalls einfach den Kopf. "Du machst dir Sorgen um meinen Job, aber was ist mit deinem Lehrplatz? Der ist ebenso wichtig und deshalb möchte ich, dass wir es noch geheim halten, bis du deinen Abschluss hast. So ist es für uns beide am Besten." "Und was ist mit meinen Freundinnen?", fragte ich, denn eigentlich vertraute ich ihnen alles an. "Kannst du ihnen denn vertrauen?" Ich nickte hektisch und blickte dann zu Tobi. "Vor allem traue ich ihm." Tobi schenkte mich ein bestätigendes Lächeln und irgendwie schloss sich allmählich das Loch in meinem Herzen. Ich umarmte beide kurz und bat sie anschließend mich alleine zu lassen, denn ich war müde. Sie ließen mich in Ruhe und ich legte mich hin.
Ich wachte auf und blickte auf mein Handy, das in Nachrichten versank. Ich hatte von all meinen Freundinnen Nachrichten und jede handelte von meinem Fehlen in der Schule. Ich antwortete jedem kurz und stand dann auf, um mich frisch zu machen. Ein kurzer Blick auf meine Wanduhr verriet mir, dass es inzwischen 18 Uhr war. Nach meiner Dusche zog ich mir frische Sachen an und ging dann die Treppe runter. Christopher war tatsächlich noch da und unterhielt sich mit Tobi. Beide entdeckten mich und lächelten mich an. Auch ich lächelte und setzte mich ihnen gegenüber im Wohnzimmer. "Wir haben über etwas geredet, das dich betrifft." Ich sah die Jungs eindringlich an und hoffte auf ausnahmsweise gute Nachrichten. "Was gibt es denn?", fragte ich mit normaler Stimme. "Chris hatte die Idee, dass du nicht mehr zur Schule gehen solltest, sondern Privatunterricht bekommst. Was würdest du davon halten? Das wäre das Einfachste und..." "Nein! Erstens ist das viel zu teuer und zweitens ist die Schule eigentlich der einzige Ort, an dem ich meine Mädels regelmäßig sehen kann." Plötzlich schmiss Tobi einen Zettel vor mir auf den Tisch auf dem stand dick und fett: "1.000.000€." "Was hat das zu bedeuten?, fragte ich ihn und nahm den Zettel in die Hand. "Lies den kompletten Brief." Ich als ihn mir durch und ich dachte, ich hätte umfallen können. "Das ist die Lebensversicherung meiner Eltern?"
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