Inzwischen waren wir so gut in unserem Gespräch, dass wir nicht mehr aufhören konnten zu reden. Lukas erzählte noch ein wenig über die Zeit im Heim und irgendwann schaute ich aus dem Fenster und bemerkte, dass es langsam dämmerte. "Shit! Es ist ja schon fast dunkel. Krass, wie schnell die Zeit vergeht", sagte ich zu ihm. Auch er schaute kurz aus dem Fenster un drehte sich dann mit einem enttäuschten Blick zurück zu mir. "Soll ich dich zum Bus bringen? Ist ja nicht weit, also mir würde..." "Klar, gerne", unterbrach ich ihn schnell. Wir standen auf und liefen zur Haustür, wo wir unsere Sneakers anzogen. Ich schnappte mir noch meine Tasche und schon verließen wir die Wohnung.
Auf dem Weg zum Busbahnhof sagte keiner ein Wort. "Vielleicht hätte ich ihn nicht beim Erzählen stören sollen", kam es mir in den Sinn. Ich schielte zur Seite, um Lukas anzuschauen und sah ihn, wie er auf den Bordstein starrte. Er sah nicht glücklich aus. Aber ich musste einfach nach Hause, schließlich hatte ich am nächsten Tag Schule, auch wenn ich keine erste Stunde hatte. "Lukas, ist alles in Ordnung?", fragte ich ihn vorsichtig. Er lief einfach geradeaus weiter, aber schaute mich nicht an, sondern nur weiterhin den Boden. "Lukas?", fragte ich noch einmal. Diesmal drehte er seinen Kopf in meine Richtung, aber hatte einen ziemlich zerbrechlichen Blick im Gesicht. "Was ist los?" "Naja, es war so schön heute mit dir und ich finde es schade, dass es so plötzlich enden muss", gab er mir als Antwort. "Ja, fand ich auch. Aber ich muss nun einmal morgen in die Schule und ich hab noch gar nichts gelernt. Tut mir echt leid, Lukas. Aber wir können es jederzeit wiederholen!", machte ich ihm klar. Langsam verschwand dieser traurige Blick und man sah ein leichtes Zucken seiner Oberlippe. "Ja, wirklich gerne. Ich weiß nicht, wie du Schule hast, darum würde ich sagen, dass du einfach schreibst, wenn du grad Lust hast." Ich lächelte ihn zufrieden an.
Auf dem Weg zum Busbahnhof sagte keiner ein Wort. "Vielleicht hätte ich ihn nicht beim Erzählen stören sollen", kam es mir in den Sinn. Ich schielte zur Seite, um Lukas anzuschauen und sah ihn, wie er auf den Bordstein starrte. Er sah nicht glücklich aus. Aber ich musste einfach nach Hause, schließlich hatte ich am nächsten Tag Schule, auch wenn ich keine erste Stunde hatte. "Lukas, ist alles in Ordnung?", fragte ich ihn vorsichtig. Er lief einfach geradeaus weiter, aber schaute mich nicht an, sondern nur weiterhin den Boden. "Lukas?", fragte ich noch einmal. Diesmal drehte er seinen Kopf in meine Richtung, aber hatte einen ziemlich zerbrechlichen Blick im Gesicht. "Was ist los?" "Naja, es war so schön heute mit dir und ich finde es schade, dass es so plötzlich enden muss", gab er mir als Antwort. "Ja, fand ich auch. Aber ich muss nun einmal morgen in die Schule und ich hab noch gar nichts gelernt. Tut mir echt leid, Lukas. Aber wir können es jederzeit wiederholen!", machte ich ihm klar. Langsam verschwand dieser traurige Blick und man sah ein leichtes Zucken seiner Oberlippe. "Ja, wirklich gerne. Ich weiß nicht, wie du Schule hast, darum würde ich sagen, dass du einfach schreibst, wenn du grad Lust hast." Ich lächelte ihn zufrieden an.
Inzwischen waren wir am Bahnhof angekommen und mein Bus stand auch schon da. Wir stellten uns neben den Bus vor die Tür und sahen uns noch einmal an. "Tschüss, Chrissi. Würde mich echt freuen, wenn du dich melden würdest." "Das mache ich, versprochen", versicherte ich ihn. Wir umarmten uns noch und ich muss sagen, dass diese Umarmung echt gut tat. Ich war zufrieden mit dem Tag und genau mit diesem Gefühl stieg ich in den Bus ein. Ich steckte mir noch die Kopfhörer in die Ohren, schließlich kann ich nicht ohne Bus fahren, und hörte wieder einmal meine Lieblingsmusik von meiner Lieblingsband. Gerade wollte ich mein Handy in meine Jackentasche stecken, da bekam ich eine Nachricht. Von Lukas. 'War wirklich ein schöner Tag. Vermisse jetzt schon dein Lachen ♥' Diese Nachricht brachte mich zum Lächeln, aber dann fiel mir ein, dass Tobi gar nichts vom Treffen mit Lukas wusste. Ich wusste auch nicht, ob ich es ihm sagen sollte, denn wie sollte er schon rauskriegen, dass ich mich mit einem Jungen getroffen hatte. Ich kannte ich mich aber zu gut, weshalb ich mich dazu entschied, dass ich keine Geheimnisse vor ihm haben wollte.
Nach 15 Minuten Busfahrt war ich bei mir angekommen, stieg aus dem Bus aus und lief nach Hause. Ich ließ mir Zeit, denn es war noch nicht dunkel, also hatte ich noch Zeit. Auf dem Weg zum Haus holte ich meine Schlüssel raus und steckte meine Kopfhörer aus meinem iPhone raus. Ich sperrte unsere Haustür auf, schloss die Tür wieder hinter mir und zog meine Schuhe auf dem Flur aus. Ich hörte den Fernseher im Wohnzimmer und wusste, dass meine Eltern dort saßen. Als ich aber im Wohnzimmer ankam, saß nur meine Mum dort. "Hallo. Wo ist Papa?" "Oh, hallo Spatz. Er muss heute etwas länger arbeiten." "Ok, sagte ich nur. Ich wollte mich gerade auf dem Weg nach oben machen, als mich meine Mutter verbal aufhielt. "Warte. Bevor du hoch gehst, solltest du wissen, dass dein Freund oben ist und auf dich wartet." "Was?!", fragte ich geschockt. "Seit wann? Hast du ihm gesagt, wo ich war, Mama?" Sie schüttelte zum Glück den Kopf und antwortete: "Vielleicht seit 10 Minuten oder so." Ich nickte, drehte mich um Richtung Treppe und stolzierte diese nach oben. Ich atmete kurz ein und aus und drückte dann den Türgriff nach unten. Die Tür öffnete sich und ich sah Tobias auf meinem Bett liegen. Sofort hob er seinen Kopf und setzte sich auf, als er bemerkte, dass ich zur Tür herein kam. "Hallo Schatz." "Hey, Tobias", gab ich vorsichtig und leise zurück. Mein Freund stand auf und kam auf mich - mit offenen Armen - zu. Ich ging ebenfalls auf ihn zu und ließ mich von ihm in die Arm schließen. "Wo warst du denn noch? Es ist fast dunkel", fragte er mich besorgt. Er drückte mich leicht von sich und nahm sich eine Haarsträhne von mir, die mir im Gesicht hing und steckte sie hinter mein Ohr. Er sah mich noch dazu besorgt an und da war ich mich sicher, dass er nicht böse sein würde. "Ich war mit einem Freund draußen", sagte ich nun nicht mehr so nervös. Sein Gesichtszug änderte sich nicht. Dafür machte er aber einen Schritt zurück. "Mit einem anderen Jungen?", fragte er mich. Ich nickte und versuchte dabei zu lächeln. Er sagte nichts und hatte auch immer noch diesen Blick, inzwischen seit fast 5 Minuten. "Tobi? Was ist denn? Bist du mir..." "Böse?", unterbrach er mich, "nein, ich bin nicht böse. Ich habe mir nur Sorgen gemacht. Kenne ich ihn denn?" Ich schüttelte den Kopf und obwohl es die Wahrheit war, wurde ich wieder nervöser. Schließlich sah ich dann doch ein kleines Lächeln auf seinen Lippen und meine Anspannung löste sich endlich etwas. Er kam mir wieder einen Schritt näher und küsste mich. Irgendwie spürte ich seine Sorge beim Kuss und löste mich deshalb aus ihm und nahm Tobias in den Arm. "Stört es dich, dass ich mit ihm weg war?" Ich hörte nur ein leises 'nein' und ein weiterer Stein fiel mir vom Herzen. "Stört es dich, wenn ich mich noch einmal mit ihm treffen würde?", fragte ich wieder etwas vorsichtiger. Diesmal war es Tobias, der sich aus der Umarmung löste und mich dann mit einem zufriedenen und liebenden Blick ansah. Er schüttelte den Kopf und lächelte mich an. "Aber sag mal, woher kennst du ihn denn? Wer auch immer er ist", stellte er als Frage in den Raum. "Naja, er ist der Bruder vom Freund meiner Cousine und so haben wir uns kennengelernt. Keine Angst, er könnte dir niemals das Wasser reichen", kam es aus meinem Mund, während ich meine Arme um seinen Nacken schlang. Dabei fing er an zu lächeln und entgegnete: "Das weiß ich doch. Schließlich bin das ich." Daraufhin lachten wir beide und küssten uns noch einmal.
Plötzlich hörte ich hinter mir, wie sich die Tür öffnete. Ich drehte mich schnell um und sah meine Mama im Türrahmen stehen. "Tobias, willst du zum Abendessen hier bleiben?" Ich sah zu Tobi, der mit Freude nickte. "Ok, dann kommt mal runter", bat uns meine Mutter. Ich gingen Hand in Hand aus meinem Zimmer, die Treppen runter in die Küche. Meine Mama deckte noch den Tisch und wir setzten uns schon einmal hin. "Tobias, ich hab vorhin schon mit deiner Mutter geredet. Sie hat mich gebeten dich zu fragen, ob du nicht bei uns schlafen willst. Sie sagte, dass sie ab morgen bis Freitag wegfahren mit Julia. Warum du nicht?", fragte meine Mama meinen Freund. Er nahm sich eine Scheibe Brot und legte sie ruhig auf seinen Teller. Ich trat ihn leicht mit meinem Fuß ins Schienbein und funkelte ihn böse, als er mich so ansah, als hätte ich ihn gestört. "Nun ja, sie wollen mit Julia einen kleinen Ausflug machen und haben sie deshalb extra von der Schule befreit. Ich hatte keine Lust drauf." Meine Mama nickte und fragte noch einmal: "Willst du dann hier schlafen? Also im Gästezimmer natürlich." Tobias nickte, aber er wirkte nicht wirklich glücklich. Ich fragte mich, was das wohl zu bedeuten hatte.
Als wir fertig gegessen hatten, räumten wir noch den Tisch ab, gingen ins Badezimmer, um die Zähne zu putzen und dann in mein Zimmer, um uns umzuziehen. Also ich jedenfalls. Er hatte keine Sachen und genau in dem Moment klingelte es an der Haustür. Ich sah aus meinem Fenster und sah das Auto von seinem Vater in der Einfahrt stehen. Seine Mutter stieg aus und gab meiner Mutter einen Koffer. Wahrscheinlich Tobis Schlafsachen. Ich hörte, wie sich hinter mir wieder einmal die Tür öffnete, aber dieses Mal kam niemand rein, sondern mein Freund verließ mein Zimmer. Währenddessen nutzte ich die Zeit, um mir schnell meinen Schlafanzug anzuziehen und meine Haare hoch zu machen. Nach circa 10 Minuten kam er wieder hoch und stellte seinen Koffer in meinem Zimmer ab. "Falsch! Ich zeig dir mal das Gästezimmer", schlug ich ihm vor. Er nickte nur und schnappte sich seinen Koffer wieder, um mir die Treppen runter zu folgen. Ich führte ihn in einen Raum, in den man nur kam, wenn man durch das Wohnzimmer auf die andere Seite liefen. Das Zimmer war nicht sonderlich groß, aber er brauchte schließlich nur ein Bett und seinen Koffer hatte er ja bei sich. "Hier ist es." "Das Bett ist ziemlich groß", bemerkte Tobi. "Ja, falls ein Ehepaar hier schlafen müsste." Er nickte nur, stellte seinen Koffer ab und sah mich dankend an. Ich ging auf ihn zu, küsste ihn und ehe ich mich versah, packte er mich an der Hüfte und zog mich auf seinen Schoß, während er sich auf die Bettkante setzte. Ich quietschte kurz, aber fing dann an zu lachen. Auch er lachte mit, aber bemerkte nicht, dass ich ausholte und schlug ihn leicht mit der Faust gegen den Arm. Nun schaute er mich gespielt traurig an und schubste mich von seinem Schoß. Ich lachte wieder und kam seinem Gesicht nochmal näher, um ihn ein letztes Mal für den Abend zu küssen. Er erwiderte den Kuss und dann löste ich mich wieder von ihm. "Gute Nacht, Schatz", sagte ich nah an seinem Gesicht. "Gute Nacht, Prinzessin", gab er zurück und küsste mich noch einmal kurz. Anschließend lief ich in Küche, sagte auch zu meiner Mutter 'gute Nacht' und lief die Treppen hoch in mein Zimmer, wo ich mich in mein Bett schmiss und in meine warme Decke kuschelte. Das Einschlafen ging zum Glück ziemlich schnell.
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