'Ring Ring'. Das
war mein Wecker, der morgens um 6:00 Uhr klingelte. Ich machte ihn
aus und setzte mich langsam auf, an die Kante meines Bettes. Ich war
glücklicherweise ein Mensch, der kein Problem damit hatte früh
aufzustehen. Ich trank einen großen Schluck aus meiner
Wasserflasche, um meinen Kreislauf in Schwung zu bekommen und stand
dann auf, um mich im Bad zu waschen. Ich hatte einen strickten
Zeitplan in der Früh vor der Schule, an den ich mich immer hielt:
6 Uhr – 6:10 Uhr:
Gesicht waschen und eincremen.
6:10 Uhr – 6:20
Uhr: Klamotten aussuchen und anziehen.
6:20 Uhr – 6:40
Uhr: Schminken.
6:40 Uhr – 7:10
Uhr: Tasche packen, Kleinigkeit essen, fertig machen.
Um
7:17 Uhr fährt dann immer mein Bus, mit dem ich zum Bahnhof fahre,
um von da aus meinen Zug bis zur Schule zu nehmen. Dieser feste
Zeitplan half mir dabei, dass ich keine Zeit nur am Handy oder sonst
was verschwende. Meistens lernte ich in der Früh noch kurz, damit
ich sicher war, dass ich alles konnte. Am Bahnhof traf ich dann noch
meine beste Freundin und paar andere Freundinnen. Wir fuhren seit 3
Jahren immer zusammen mit dem gleichen Zug zur Schule. „Hey,
Chrissi. Was war denn gestern Abend los? Warum bist du so früh ins
Bett?“ ,, fragte mich Franzi. Ich zuckte nur mit den Schultern und
lächelte sie an. Sie schaute mich ernst an, deshalb verschwand mein
Lächeln plötzlich wieder. „Ich war nur sehr müde, sonst nichts“,
sagte ich locker. Sie zog eine Augenbraue hoch, was bedeutete, dass
sie mir nicht glaubte, aber trotzdem beließ sie es dabei zum Glück.
Wir brauchten immer etwa 15 Minuten mit der S-Bahn und dem Fußweg
zusammen. Es liefen immer wieder viele Lehrer an uns vorbei, um ins
Lehrerzimmer zu gelangen, neben dem wir immer warteten, bis wir
endlich in die Aula rein durften. Endlich klingelte es und dann
konnten wir ins Aula, wo wir nochmal 10 Minuten warten mussten bis
wir hoch in Zimmer durften. Das war so eine neue dumme Regel. Dumm,
weil dadurch alle Schüler drängelten, damit sie als erste oben
ankommen. Was für ein Stress das immer war in der Früh. 7:50 Uhr,
das hieß, dass wir endlich hoch durften. Ich verabschiedete mich von
Franziska und ging mit 2 Freundinnen hoch zu unserem Zimmer. „Kann
es sein, dass etwas mit dir los ist? Du bist normalerweise eine der
lautesten von uns, aber heute hast du bisher kaum ein Wort mit uns
allen geredet“, bemerkte Tamara. Tamara gehört zusammen mit
Franziska und Sophia zu meinen besten Freundinnen. Mit ihnen konnte
ich über alles reden und sie bemerkten immer, wenn es mir schlecht
ging. An dem auch, aber ich wusste selber nicht, warum ich so still
war. Tami hatte Recht, ich bin normalerweise immer fröhlich drauf
und lache und rede viel. Auf ihre Frage schüttelte ich nur den Kopf
und ging einfach vor zu unserem Zimmer, vor dem wir auf unsere
Lehrerin warten mussten. Ich starrte Löcher in die Luft, während
alle anderen mit einander redeten. Dann sah ich wieder Franziskas
Klassenlehrer, Herr Hint, durch die Glastür zum Treppenhaus gehen
und auf uns zu laufen. Ich merkte, wie mir erneut warm wurde und ich
ihm auch noch hinterher schaute. Ich blieb dann mit dem Kopf direkt
vor Tami stehen, die mich grinsend anschaute. „Was?“, fragte ich
sie. Sie zuckte mit den Schultern und antwortete: „Du hast gerade
einem Lehrer hinterher gestarrt. Was sollte das?“ Sie fing an zu
lachen, aber ich fand das nicht lustig, sondern eher peinlich. Am
Liebsten wäre ich im Erdboden versunken und ich hoffte einfach, dass
er es nicht bemerkte. Noch in Gedanken verloren tippte mir plötzlich
jemand auf meine Schulter. Ich zuckte leicht zusammen, aber drehte
mich zu der Person um. Es war Tobias. Der Tobias, der mich am Tag
zuvor noch anmaulte, weil ich ihm aus Versehen mit meiner Tasche an
seiner Schulter erwischt hatte. „Ehm, ja, was ist?“, fragte ich
vorsichtig. Er schaute irgendwie schuldbewusst flüsterte dann leise:
„Tut mir leid wegen gestern. Ich hätte dich nicht wegen so einer
Sache dumm anmachen sollen. Alles cool?“ Ich lächelte leicht und
ich merkte, wie auch meine Mundwinkel etwas nach oben gingen. Ich
nickte und dann gab er mir einfach so die Hand, als Entschuldigung.
Ich nahm sie an und dann blieb er noch eine Weile bei unserer Clique
stehen und hörte ruhig zu. 'Also ist er doch ganz nett', dachte ich
in meinem Kopf. Endlich kam unsere Lehrerin und dann durften wir rein
und schon ging die erste Stunde bei ihr los. Erst mal kennen lernen,
dann Fotos für den Sitzplan machen und dann kurz erzählen, was so
die Themen in den 2 Jahren sein werden. Typisch erste Stunde des
Jahres. Das machten alle Lehrer in den ersten beiden Wochen. Manchmal
nervte das, aber besser so als Unterricht. Der restliche Schultag
verlief genauso und dann durften wir um 13:05 Uhr endlich nach Hause.
Ich lief mit Franzi zur S-Bahn, als ich plötzlich eine Stimme hinter
mir rufen hörte. „Christina, warte mal.“ Es war Tobi, der mir
hinterher rief. Ich drehte mich um und wartete bis er vor mir stand.
„Kann ich mit euch zusammen fahren? Ich möchte ungern alleine
fahren.“ Ich schaute meine beste Freundin an, die höflich nickte
und dann liefen wir zu dritt zur S-Bahn. Wir fuhren eine Haltestelle
bis nach Hause und dann trennten sich Franzis und meine Wege. Tobi
musste noch ein Stück mit mir laufen, also unterhielten wir uns noch
etwas über den Schultag und die Lehrer, die wir heute so hatten. Er
war wirklich sehr nett und lustig und ich hätte mich wirklich
gefreut, wenn wir dann schon Freunde gewesen wären. „Hey, fährst
du eigentlich jeden Morgen mit dem gleichen Zug?“, fragte mich
Tobias. Ich nickte und antwortete: „Ja, aber ich fahre immer eine
Haltestelle mit dem Bus bis zum Bahnhof. Warum?“ „Ich wollte dich
fragen, ob wir zusammen zur S-Bahn laufen wollen. Würde mich freuen,
wenn ich jemanden hätte mit dem ich laufen könnte.“ Ich nickte
und dann musste er schon in seine Straße einbiegen. Wir umarmten uns
noch und dann war er schon weg. Ich lief noch ein kurzes Stück nach
Hause und dann war ich endlich Daheim. Ich schmiss meine kleine
Tasche auf mein Bett und schmiss mich mit meinem Handy dazu. Meine
Eltern waren beide auf der Arbeit, also hatte ich Freizeit und konnte
machen, was ich wollte. Nur wusste ich nicht was.
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